Bemerkung zur

arabischen Musik

 
Einführung in die Sitar
Ueli Raz
   
start: 23 january 2007, up-date: 23 january 2007
 
 
Obwohl hier nichts Verbindliches zur arabischen Musik gesagt werden kann (1), gibt es einige Momente, durch die sie sich charakterisieren lässt und von denen sich die indische deutlich unterscheidet – und die folglich ein Sitarspieler zu vermeiden hat. Die festen Melodiebögen, die der Improvisation als Variations- und Variantenmodelle dienen, haben die Quarten und Quinten als enge Zieltöne. Zum Formgesetz gehört neben der Quart- bzw. Quintbezogenheit einschränkend nur, dass die Summe der realisierten Phrasen, Motive und Muster als eine gewisse Balance erscheint; die ganze Melodie oder motivische Teile davon können im metrischen Raum beliebig gedehnt werden, sind also nicht an Zyklen gebunden. Es gibt Melodien, die ohne Metrum vorgetragen werden, solche, die mit dem Metrum korrespondieren (vor allem bei Liedern) und solche, denen ein Metrum in der Weise aufgesetzt wird, dass sich die Melodie oder ihre Teile nach diesem zu richten haben (übernommene Melodien in neuen Rhythmen). In der persischen Musik gehört es zur gewöhnlichen Aufführung, dass die einzelnen Sätze eines Stückes nicht unähnlich der europäischen Suite oder Symphonie verschiedene Grundtöne aufweisen und in verschiedenen Dastgahs (i. e. Maqam, Raga, Modus) gespielt werden. Sofern die einzelnen Sätze in ihrem eigenen Verlauf verschiedene Dastgahs anspielen, hat man wohl von einem modulierenden Formwillen zu sprechen. In der indischen Musik ist dieser nur in einer befremdlichen Weise vorzufinden, als gekünstelte Mischung von Ragas.
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1) Vgl. Kuckertz (1970) und Elsner (1989); beim letzteren findet sich die geläufige Literatur.