| Einführung in die Sitar | ||||||||
| Ueli Raz | ||||||||
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| Werden die Mikrotöne festgelegt, so wird man zwar kein System erreichen, das für alle Schulen und Stile Geltung hat aber empirisch ist es zumindest in einem Fall nicht falsch, nämlich da, wo die Messungen durchgeführt wurden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Und doch handelt es sich normalerweise um einen bloßen Scheinempirismus, der durch die Angabe der Centmaße den Eindruck erweckt, es seien Messungen vorgenommen worden. Denn in der Tat ist das Vorgehen ein einfaches ethnomusikologisches Handwerk, das nur so lange kompliziert erscheint, als die Quellen nicht im Original verfügbar sind. |
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| Denn in diesen Quellen werden nur die diatonischen Namen genannt und die Reinheit oder Nichtreinheit bezüglich Quinten innerhalb der Tonreihe angegeben. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Besteht ein Raga aus den Tönen sa, re, ga, tivra ma, pa, dha, ni, so kann er europäisch als c, d, e, fis, g, a, h, notiert werden. Gibt die Quelle nun an, g sei die reine Quinte und dg, da, ae, eh und hfis seien harmonische Intervalle, so sind die Mikrotöne exakt bestimmt als diejenigen des Ragas Yaman. Sagt aber die Quelle, dg, ea, eh seien harmonisch, da und hfis hingegen nicht, so handelt es sich um die Töne des Raga Yaman-Kalyan, sofern noch ein Shuddha ma, also ein f, das mit dem Grundton ein reines Intervall bildet, hinzugefügt wird. |
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| Folgende Liste ist aus einem Buch entnommen; sie ist nicht das System der südindischen Musik, sondern eine der historisch überlieferten Raga-Ordnungen und in der Genauigkeit eine vergleichbare Sammlung von Ragas wie unten im fünften Abschnitt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Zimmermann (1984), p. 264: |
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Man sieht gut, dass die Quint (pa) immer gleich bleibt; wo die Quart Abweichungen enthält, handelt es sich um tivra ma, also um den Tritonus. Bemerkenswert ist der Sriraga, wo die Sekunde aus einem kleinen Ganzton besteht (180 C), wie sie in der arabischen Musik typisch ist, in der indischen, zumindest der Sitarmusik aber sehr sehr selten vorkommt, weil die Sekunde ja die Quinte der Bordunquinte ist. Auch die letzten sechs Ragas haben etwas Besonderes, nämlich weder eine kleine noch große Sekunde, dafür entweder eine große und eine kleine Terz oder eine Quarte, einen Tritonus und eine Quinte. Dieses südindisch inspirierte Ragasystem von Somanath aus dem 16. Jahrhundert, das mit nordindischen Ragas im Widerspruch steht, lässt sich ohne Schwierigkeiten wiederbeleben und in die Praxis umsetzen doch ginge es auch ohne beeindruckende Centliste, die mikrointervallische Exaktheit nur vortäuscht. |