| Einführung in die Sitar | ||||||||
| Ueli Raz | ||||||||
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Werden die Mikrointervalle und Phrasierungseigentümlichkeiten der Ragas vernachlässigt, so werden die Parallelen zur Musiksystematik der antiken Griechen und des europäischen Mittelalters evident. (17) |
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| Ein häufig benutztes Schema stammt von Strangways (1914), p. 47, Schreibweise der Ragas angepasst durch Deva (1980), p. 25: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Hier wird die Gemeinsamkeit der altgriechischen, der europäisch-mittelalterlichen und der indischen Musik hervorgehoben, und ein Raga erscheint solchermaßen als Modus. Den Durchblick für indische Musik fördert eine solche Liste nicht, im Gegenteil. Immerhin können durch sie Indian-Freaks davon verschont werden, via Ragamusik zu Spezialisten für Gregorianik zu verkommen. Die Anspielung auf das Gemeinsame mit der Gregorianik hat den Sinn, die Besonderung der indischen Musik vor falscher Mystifizierung, die man in der eigenen Kirchenmusik weniger zu suchen geneigt ist, zu verschonen. |
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Das ganze That-System von Bhatkhande von Anfang des 20. Jh. umfasst mehr Reihen als die Kirchentonarten und ist im fünften Abschnitt enthalten, wo es in die statistische Auflistung einzelner Ragas eingeflochten ist. |
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17)
Es gehört noch an diese Stelle die Beobachtung,
dass es bei SängerInnen die Tendenz gibt, die Intervalle der Ragas
nicht nach der Tradition zu singen, sondern aus den Obertonreihen der
Tambura herauszuhören und der Kraft dieser normierten Töne nachzugeben.
Das heißt, dass es in der indischen Musik immer schon die auseinanderstrebenden
Richtungen gegeben hat, entweder die Shrutis zu betonen oder die Reihen.
Nimmt man noch die Unterscheidungen zwischen nord- und südindischer
Musik hinzu, so hat die letztere zwar mehr verschiedene Modi, unterdrückt
aber gerade deren Besonderheit, indem sie in festen Kompositionen gespielt
werden, in denen zudem die Einzeltöne durch Ornamentierung nahezu
unkenntlich werden. Folglich sind solche Systematisierungen ausschließlich
in Einleitungen platzierbar, deren theoretische Kritik in Form von Fragen
an die indische Musik noch aussteht.
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