| Eine
Cavatina ist eine meist zweiteilige, lyrisch liedhafte einfache Arienform,
die sich häufig bei Haydn oder Mozart findet. (41)
Dieser Satz (Andante grazioso) für Sopran 2 und Orchester ist volkstümlich
gehalten. Der dramatische Mittelteil nimmt, laut Blume, in seinen punktierten
Rhythmen (als "Ausdruck körperlicher Peinigung (42)
") Bezug zu den Sätzen Nr. 2, 5 und 6. Er ist in einfacher
A-B-A Form gehalten und spielt (Kirsch) mit den Dur-Moll-Gegensätzen
(E - cis - E). Kirsch stellt durch diese Dualität in den Tongeschlechtern
wiederum einen Bezug her zu den Sätzen Nr. 3, 5 und 8. (43)
Auch diesem Satz mißt er eine besondere Bedeutung bei, nämlich
das Erreichen des "denkbar äußersten Grades einer in der
Sache selbst begründeten "Verweltlichung"". Er begründet
dies mit der Unverbindlichkeit der Gattung der Cavatine, mit dem "Hausandachtscharakter"
dieses Stückes und dem oben erwähnten Spiel der Dur-Moll-Gegensätzlichkeit.
Er betont demnach den Abstand zu dem unmittelbar empfundenen erlebten Tod
Christi. Die Form ist, wie erwähnt, einfach gehalten und läßt
sich schnell wiedergeben (Blume): |