8. Cavatina

 
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von mag. dominik sedivy
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start: 02 december 2006, up-date: 02 december 2006
Eine Cavatina ist eine meist zweiteilige, lyrisch liedhafte einfache Arienform, die sich häufig bei Haydn oder Mozart findet. (41) Dieser Satz (Andante grazioso) für Sopran 2 und Orchester ist volkstümlich gehalten. Der dramatische Mittelteil nimmt, laut Blume, in seinen punktierten Rhythmen (als "Ausdruck körperlicher Peinigung (42) ") Bezug zu den Sätzen Nr. 2, 5 und 6. Er ist in einfacher A-B-A Form gehalten und spielt (Kirsch) mit den Dur-Moll-Gegensätzen (E - cis - E). Kirsch stellt durch diese Dualität in den Tongeschlechtern wiederum einen Bezug her zu den Sätzen Nr. 3, 5 und 8. (43) Auch diesem Satz mißt er eine besondere Bedeutung bei, nämlich das Erreichen des "denkbar äußersten Grades einer in der Sache selbst begründeten "Verweltlichung"". Er begründet dies mit der Unverbindlichkeit der Gattung der Cavatine, mit dem "Hausandachtscharakter" dieses Stückes und dem oben erwähnten Spiel der Dur-Moll-Gegensätzlichkeit. Er betont demnach den Abstand zu dem unmittelbar empfundenen erlebten Tod Christi. Die Form ist, wie erwähnt, einfach gehalten und läßt sich schnell wiedergeben (Blume):
 
Vorspiel (T1-13; E-Dur)  
Abschnitt A (T13-26; E-Dur; Strophe 16)
Abschnitt B (T27-41; cis-Moll; Strophe 17)
Abschnitt A' (T41-65; E-Dur; Strophe 17)
 
Ab T54 führt der Satz abweichend von Abschnitt A in eine Coda mit Nachspiel.