| Rossinis
Kompositionsstil ist durch und durch vom Opernschaffen beeinflußt.
Sein Ideal besteht aus Klarheit in der Rhythmik (ritmo chiaro) und Einfachheit
in der Melodik (melodia semplice). (14)
Zeit seines Lebens hatte er eine besondere Vorliebe für Musik deutschsprachiger
Komponisten, insbesondere Mozart, Haydn, später auch Bach und Beethoven.
Der Musik Wagners allerdings konnte er wenig abgewinnen. Ludwig Spohr charakterisiert
in einem Brief die Musik Rossinis wie folgt: |
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| "Seine
Opern haben viel Frisches und Lebendiges: doch fehlt es ihnen auch, wie
allen übrigen neuen italienischen Opern, die ich bis jetzt hörte,
an einem reinen, unvermischten Stil, an einer Charakteristik der Personen
und an Korrektheit der Harmonien. Man könnte die Musik seiner komischen
Opern mit der seiner ernsten verwechseln, ohne dass es sehr auffallen würde
[ ...].Denn man hört seiner Musik, ohne die Situation zu kennen, wohl
schwerlich an, ob von fröhlichen oder traurigen Dingen die Rede ist;"
(15) |
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| Spohr
formuliert hier ein Problem, das ganz massiv in Rossinis geistlicher Musik
zu Tage tritt. Denn diese Diskrepanz zwischen Musik und Handlung (Wort)
führte zu großem Unverständnis der geistlichen Werke des
Komponisten, insbesondere im deutschen Raum, in welchem eine derart scharfe
Trennung zwischen Musik und Text völlig undenkbar ist. Dass Rossinis
religiöse Musik daher im Deutschland des 19.Jahrhunderts geradezu blasphemisch
wirkte, ist eine logische Konsequenz. |