Rossinis Klangideal

 
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von mag. dominik sedivy
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start: 21 june 2006, up-date: 21 june 2006
Rossinis Kompositionsstil ist durch und durch vom Opernschaffen beeinflußt. Sein Ideal besteht aus Klarheit in der Rhythmik (ritmo chiaro) und Einfachheit in der Melodik (melodia semplice). (14) Zeit seines Lebens hatte er eine besondere Vorliebe für Musik deutschsprachiger Komponisten, insbesondere Mozart, Haydn, später auch Bach und Beethoven. Der Musik Wagners allerdings konnte er wenig abgewinnen. Ludwig Spohr charakterisiert in einem Brief die Musik Rossinis wie folgt:
 
"Seine Opern haben viel Frisches und Lebendiges: doch fehlt es ihnen auch, wie allen übrigen neuen italienischen Opern, die ich bis jetzt hörte, an einem reinen, unvermischten Stil, an einer Charakteristik der Personen und an Korrektheit der Harmonien. Man könnte die Musik seiner komischen Opern mit der seiner ernsten verwechseln, ohne dass es sehr auffallen würde [ ...].Denn man hört seiner Musik, ohne die Situation zu kennen, wohl schwerlich an, ob von fröhlichen oder traurigen Dingen die Rede ist;" (15)
 
Spohr formuliert hier ein Problem, das ganz massiv in Rossinis geistlicher Musik zu Tage tritt. Denn diese Diskrepanz zwischen Musik und Handlung (Wort) führte zu großem Unverständnis der geistlichen Werke des Komponisten, insbesondere im deutschen Raum, in welchem eine derart scharfe Trennung zwischen Musik und Text völlig undenkbar ist. Dass Rossinis religiöse Musik daher im Deutschland des 19.Jahrhunderts geradezu blasphemisch wirkte, ist eine logische Konsequenz.