Kurze Biographie Rossinis

 
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von mag. dominik sedivy
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start: 19 june 2006, up-date: 19 june 2006
Gioacchino Antonio Rossini wurde am 29.2.1792 in Pesaro (Italien) geboren. Sein Vater, Giuseppe Antonio Rossini, war Hornist und Stadttrompeter, die Mutter, Anna (geb. Guidarini), war Sängerin. Zwar hatte der geschwisterlose Knabe durch seine Eltern bereits in frühen Jahren viel Kontakt zu Musik und Theater, doch widersprechen sich die Berichte bezüglich seines Engagements in früher Kindheit. Friedrich Lippmann verweist in dem von ihm verfaßten MGG-Artikel (7) auf die Kassenbücher der cis-alpinen Truppen von 1798, in denen der Knabe als "listaro" Erwähnung findet. Bis 1804 hätte er Klavierstunden und Unterricht (bes bei dem Geistlichen Don Guiseppe Malerbi) genossen. In einer Biographie von Adolph Kohut (8) jedoch heißt es:
 
"Gleich so vielen Genies, welche später die Welt mit ihrem Ruhme erfüllten und die bahnbrechend wirkten, wurde auch ihm von seinen beschränkten Lehrern das Talent abgesprochen."
 
Kohut verweist daraufhin auf eine begonnene Lehre bei einem Grobschmied. Nach einer Übersiedelung nach Bologna im Jahre 1804 begann nun die eigentliche musikalische Laufbahn des Jungen. Als Sänger, aber auch als Dirigent, engagierte er sich in Kirchen und im Theater von Bologna. 1806 begann er am Licea Musicale in Bologna mit einem Cellostudium, doch wechselte er im Jahr darauf ins Kompositionsfach und studierte Kontrapunkt bei P. Stanisleo Mattei. Mit seinen Kompositionen zog er bereits früh Aufmerksamkeit auf sich, so dass er bereits im Jahre 1809 einen Auftrag für einen Orchestersatz erhielt (nach Kohut), den Rossini jedoch selbst nach der Aufführung zerrissen hat. Seine erste Oper war der Einakter "La cambiale di matrimonio" aus dem Jahr 1810 und wurde im Teatro San Moisè in Venedig erstmals mit gutem Erfolg aufgeführt. Zwei Jahre später bereits komponierte er bereits für die "Scala". Er machte sich insbesondere einen Ruf durch seine in großer Zahl erschienen Opern (alleine zwischen 1810 und 1814 komponierte er 14 Stück!), die er in meist kürzester Zeit niederschrieb. A. Kohut schreibt, dass der endgültige Durchbruch dem Komponisten durch seine Oper "Tancredi" (Venedig, 1813) gelang, im Alter von 21 Jahren. Der "Barbiere di Siviglia" wurde in Rom 1816 zum ersten Mal aufgeführt, wurde jedoch anfangs zum Mißerfolg. Erst durch spätere Aufführungen wurde das Werk mehr und mehr beliebt, so dass es schließlich zu einer der meistgespielten Komischen Opern im 19. Jahrhundert, bis in unsere Zeit wurde.
 
In den 1820'er Jahren folgten auch internationale Reisen (Wien 1822 - dort auch Treffen mit Salieri und Beethoven - , Paris und London 1823-24), die an seinem großem Erfolg und Ruhm beitrugen.1824 zog Rossini ganz nach Paris, er wurde zum Direktor der dortigen Italienischen Oper, an dessen Spitze er allerdings nur kurze Zeit stand. (9) Die nächsten Jahre brachten dem Komponisten eine große Zahl an Erfolgen. Rossinis letzte Oper (sein 39. Bühnenwerk), "Guillaume Tell" fand, ähnlich wie der "Barbier" anfangs nicht den erhofften Beifall beim Publikum. Erst im Laufe weiterer Aufführungen gewann das Werk seine Popularität und Bedeutung. Nach dieser Oper setzte sich der Komponist zur Ruhe. A. Kohut spricht von einem "psychologischen Rätsel". (10) Lippmann führt als einen Grund das "Nachlassen der physischen und psychischen Spannkraft" (11) des Komponisten an. Die Zeit von 1831-42 bildet den Rahmen für die Entstehung und Aufführung des Stabat Mater, worauf weiter unten noch genauer eingegangen wird. Im Jahre 1836 verlegte er seinen Hauptwohnsitz wieder nach Italien, wo er zeitweise in Mailand, vorwiegend aber in Bologna lebte. Kohut beschreibt amüsant den Lebensstil und die Beschäftigungen Rossinis zu dieser Zeit:
 
"Er beschäftigte sich zumeist mit der Zubereitung von Pasteten und Maccaroni, worin er es zu einer großen Virtuosität brachte, und betrieb eine ausgedehnte Fischzucht, welche für ihn eine sehr ergiebige Quelle des Reichtums wurde. Er hielt zwar schon früher auf eine gute Tafel und er trank die besten und edelsten Weine, aber in seinem Buen retiro entwickelte er 12sich vollends zu einem Gourmand ersten Ranges, als ein Feinschmecker, der seinesgleichen suchte." (12)
 
Nur noch wenige kompositorische Werke entstanden in dieser Zeit, auch quälten ihn gesundheitliche Probleme, (13) die seine schöpferischen Kräfte stark unterbanden. Erst 1857 begann er wieder zu komponieren. Im Jahre 1848 übersiedelte er nach Florenz und bald darauf nach Paris, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Besonderer Erwähnung bedarf die 1864 erschienene "Petite Messe Solennelle" (In seiner ersten Version für SATB Chor+Soli, 2Kl. und Harm., dann im Jahre 1867 für Orchester instrumentiert). An einer Darmerkrankung starb der Komponist 76-jährig am 13.11.1868 in Paris. Nach mehrmaliger Verlegung seines Leichnams wurde er schließlich 1887 in der Kirche Santa Croce in Florenz endgültig bestattet.