| Gioacchino
Antonio Rossini wurde am 29.2.1792 in Pesaro (Italien) geboren. Sein Vater,
Giuseppe Antonio Rossini, war Hornist und Stadttrompeter, die Mutter, Anna
(geb. Guidarini), war Sängerin. Zwar hatte der geschwisterlose Knabe durch
seine Eltern bereits in frühen Jahren viel Kontakt zu Musik und Theater,
doch widersprechen sich die Berichte bezüglich seines Engagements in früher
Kindheit. Friedrich Lippmann verweist in dem von ihm verfaßten MGG-Artikel
(7)
auf die Kassenbücher der cis-alpinen Truppen von 1798, in denen der Knabe
als "listaro" Erwähnung findet. Bis 1804 hätte er Klavierstunden und Unterricht
(bes bei dem Geistlichen Don Guiseppe Malerbi) genossen. In einer Biographie
von Adolph Kohut (8)
jedoch heißt es: |
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| "Gleich
so vielen Genies, welche später die Welt mit ihrem Ruhme erfüllten und die
bahnbrechend wirkten, wurde auch ihm von seinen beschränkten Lehrern das
Talent abgesprochen." |
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| Kohut
verweist daraufhin auf eine begonnene Lehre bei einem Grobschmied. Nach
einer Übersiedelung nach Bologna im Jahre 1804 begann nun die eigentliche
musikalische Laufbahn des Jungen. Als Sänger, aber auch als Dirigent, engagierte
er sich in Kirchen und im Theater von Bologna. 1806 begann er am Licea Musicale
in Bologna mit einem Cellostudium, doch wechselte er im Jahr darauf ins
Kompositionsfach und studierte Kontrapunkt bei P. Stanisleo Mattei. Mit
seinen Kompositionen zog er bereits früh Aufmerksamkeit auf sich, so dass
er bereits im Jahre 1809 einen Auftrag für einen Orchestersatz erhielt (nach
Kohut), den Rossini jedoch selbst nach der Aufführung zerrissen hat. Seine
erste Oper war der Einakter "La cambiale di matrimonio" aus dem Jahr 1810
und wurde im Teatro San Moisè in Venedig erstmals mit gutem Erfolg aufgeführt.
Zwei Jahre später bereits komponierte er bereits für die "Scala". Er machte
sich insbesondere einen Ruf durch seine in großer Zahl erschienen Opern
(alleine zwischen 1810 und 1814 komponierte er 14 Stück!), die er in meist
kürzester Zeit niederschrieb. A. Kohut schreibt, dass der endgültige Durchbruch
dem Komponisten durch seine Oper "Tancredi" (Venedig, 1813) gelang, im Alter
von 21 Jahren. Der "Barbiere di Siviglia" wurde in Rom 1816 zum ersten Mal
aufgeführt, wurde jedoch anfangs zum Mißerfolg. Erst durch spätere Aufführungen
wurde das Werk mehr und mehr beliebt, so dass es schließlich zu einer der
meistgespielten Komischen Opern im 19. Jahrhundert, bis in unsere Zeit wurde. |
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| In
den 1820'er Jahren folgten auch internationale Reisen (Wien 1822 - dort
auch Treffen mit Salieri und Beethoven - , Paris und London 1823-24), die
an seinem großem Erfolg und Ruhm beitrugen.1824 zog Rossini ganz nach Paris,
er wurde zum Direktor der dortigen Italienischen Oper, an dessen Spitze
er allerdings nur kurze Zeit stand. (9)
Die nächsten Jahre brachten dem Komponisten eine große Zahl an Erfolgen.
Rossinis letzte Oper (sein 39. Bühnenwerk), "Guillaume Tell" fand, ähnlich
wie der "Barbier" anfangs nicht den erhofften Beifall beim Publikum. Erst
im Laufe weiterer Aufführungen gewann das Werk seine Popularität und Bedeutung.
Nach dieser Oper setzte sich der Komponist zur Ruhe. A. Kohut spricht von
einem "psychologischen Rätsel". (10)
Lippmann führt als einen Grund das "Nachlassen der physischen und psychischen
Spannkraft" (11)
des Komponisten an. Die Zeit von 1831-42 bildet den Rahmen für die Entstehung
und Aufführung des Stabat Mater, worauf weiter unten noch genauer eingegangen
wird. Im Jahre 1836 verlegte er seinen Hauptwohnsitz wieder nach Italien,
wo er zeitweise in Mailand, vorwiegend aber in Bologna lebte. Kohut beschreibt
amüsant den Lebensstil und die Beschäftigungen Rossinis zu dieser Zeit:
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| "Er
beschäftigte sich zumeist mit der Zubereitung von Pasteten und Maccaroni,
worin er es zu einer großen Virtuosität brachte, und betrieb eine ausgedehnte
Fischzucht, welche für ihn eine sehr ergiebige Quelle des Reichtums wurde.
Er hielt zwar schon früher auf eine gute Tafel und er trank die besten und
edelsten Weine, aber in seinem Buen retiro entwickelte er 12sich vollends
zu einem Gourmand ersten Ranges, als ein Feinschmecker, der seinesgleichen
suchte."
(12) |
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| Nur
noch wenige kompositorische Werke entstanden in dieser Zeit, auch quälten
ihn gesundheitliche Probleme, (13)
die seine schöpferischen Kräfte stark unterbanden. Erst 1857 begann er wieder
zu komponieren. Im Jahre 1848 übersiedelte er nach Florenz und bald darauf
nach Paris, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Besonderer
Erwähnung bedarf die 1864 erschienene "Petite Messe Solennelle" (In seiner
ersten Version für SATB Chor+Soli, 2Kl. und Harm., dann im Jahre 1867 für
Orchester instrumentiert). An einer Darmerkrankung starb der Komponist 76-jährig
am 13.11.1868 in Paris. Nach mehrmaliger Verlegung seines Leichnams wurde
er schließlich 1887 in der Kirche Santa Croce in Florenz endgültig bestattet.
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