Allgemeinheit in der

Musikalischen Hermeneutik

 
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von mag. dominik sedivy
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start: 17 may 2006, up-date: 17 may 2006
Damit ist der Inhalt einer wie oben skizzierten Musikalischen Hermeneutik überwiegend abstrakter und allgemeiner Natur. Ihre Fragen führen einerseits in die allgemeine, sowie in die spezifisch auf die Musik bezogene Psychologie, ebenso wie in weitere Bereiche der Musikphilosophie.
 
So aber ist die Natur der Musikalischen Hermeneutik insofern keine musikwissenschaftliche, als konkrete musikwissenschaftliche Fragestellungen in ihr keine Relevanz besitzen. Sie entzieht sich gar dem konkreten Sachbezug, der seinerseits Grundlage für einen musikwissenschaftlichen Ansatz bildet.
 
Ein Problem tritt jedoch zutage, nämlich daß trotz ihrer allgemeinen Abstraktheit die Musikalische Hermeneutik, insbesondere der erste Bereich - aber auch der zweite, nämlich insofern, als auch er vom individuellen musikalischen Erleben abhängt - einen zu großen Teilen massiv subjektiven Charakter hat, da sie nur vom ausübenden Künstler auf sich selbst, d.h. eben auf seine eigene musikalische Erfahrung, bezogen praktiziert werden kann. Inwiefern eine Objektivierbarkeit dieser Erkenntnis gegeben ist, bleibe offen, doch sei die Frage nach ihrer Relevanz gestellt. Jeder Künstler ist zuerst einmal natürlich ein Individuum, es muß nicht notwendigerweise erstrebenswert sein, einen Konsens herzustellen. Wenn ein intersubjektiver Dialog, oder gar eine Übereinkunft aus musikwissenschaftlicher und philosophischer Sicht auch höchst erstrebenswert erscheinen mag, so wäre er m.E. aber nicht zugleich als Ziel von eminenter Bedeutung anzusehen, mit ziemlicher Sicherheit jedoch als eine Gefahr für einen jeden Einzelnen bereichernden künstlerischen Pluralismus.