| Mit
dem zuvor erwähnten Spiel geht die Forderung nach einem intuitiven
Moment in der hermeneutischen Beschäftigung einher. Vom Allgemeinen
ins Spezifische, hier also bei der Übertragung auf das musikalische
Spiel könnte man daher ebenso die Intuition als wichtiges künstlerisches
Moment erklären, indem sie die Sinnhaftigkeit der durch sie geschaffenen
Korrelationen innerhalb einer gegebenen, oder, im Falle von Komposition,
zu schaffenden musikalischen Struktur gewährleistet. Damit aber diese
reine Intuition wirken kann, und so spielt noch ein maßgebliches viertes
Moment indirekt mit, muß der Musiker in der Lage sein, sich selbst
und seinen Willen beiseite zu legen und ähnlich einem passiv-kontemplativen
Akt die Musik aus sich heraus entstehen zu lassen, ohne sie bewußt
formen zu wollen. |
| |
| Hier
läßt sich eine interessante Parallele zum Begriff des "Flow"
(4) erstellen,
wobei der Spielbegriff mit dem Flow in eine direkte Verbindung gebracht
werden kann: |
| Stellt
das kindliche Spiel, Inbegriff des intuitiven Tuns, eine von den Meistern
des Spiels praktizierte Urform dar, so bietet der Flow eine mögliche
Erklärung ebenso wie einen Wegweiser für und in das intuitive
Handeln beim Erwachsenen. Die Analogie besteht gerade in der Haupteigenschaft
des Flow, nämlich im völligen Aufgehen im Tun durch das Tun selbst
und um des Tuns willen. So spielt in dieser Art des Handelns gerade das
Moment des Nicht-Wollens und der Desubjektivierung eine tragende Rolle,
ebenso wie im (m.E. dem Flow zugrundeliegenden) Kinderspiel. |
| |
| Übertragen
auf das Musikalische ließe sich daher fordern: |
| Nur
durch diese Art des Sich-Selbst-Reduzierens, wie sie etwa im Flow realisiert
werden kann, durch absolute Ausrichtung nur auf die Musik um ihrer selbst
willen, kann die reine Intuition, vom bewußten Wollen und wollen-Wollen
ungestört, zur musikalisch-kreativen Produktion führen. Dies entspräche
dem freien Musizieren, intuitiv und frei vom Willen und Willenszwang. |