Musikhermeneutik-

eine Spannung zwischen

Intuition und Reflexion

 
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von mag. dominik sedivy
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start: 10 may 2006, up-date: 10 may 2006
Zu dieser grundlegenden Forderung eines intuitiven Spieles tritt die Forderung nach einer rückwirkenden Reflexion nach dem Spielakt. Das intuitiv Gespielte wird in der Reflexion zum bewußt Geschauten. Der Produktionsakt führt zum Verstehensakt. Die Spannung allerdings besteht nun in der Unmöglichkeit eines gleichzeitigen Spielens und Schauens. Das Betrachten des Geschaffenen erfordert ein Zurücktreten und damit ein Unterbrechen des Schaffensaktes. Die so entstehende Diskrepanz trennt daher im Anfang den musikalischen Akt von jeglicher Ratio, der die bloße Rolle des "Zuschauers im Nachhinein" zukommt, während sie, sofern der Versuch ihrer Übertragung auf den Spielakt unternommen würde, die intuitive Produktion aufgrund ihrer selbst zur Konstruktion und bewußten Systembefolgung mutieren ließe.
So besteht m.E. die Aufgabe einer Musikalischen Hermeneutik in der Schwierigkeit der Vermittlung zwischen dem sich dem Verstehen entziehenden musikalischen Spiel und dem Verstehen selbst.