| Mein
eigenes Konzept von Hermeneutik in der Musik basiert auf einer grundsätzlichen
Unterscheidung zwischen einer Musikwissenschaftlichen und einer Musikalischen
Hermeneutik. Die vorliegende Arbeit versucht nun, diese Unterschiedlichkeit
zwischen einer Musikwissenschaftlichen und einer Musikalischen Hermeneutik
aufzuzeigen. |
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| Allgemein
sei vorab gesagt, daß, während sich die Musikwissenschaftliche
Hermeneutik primär um eine weitestgehend von empirischen Fakten ausgehende
Interpretation des Werkes und seiner Umstände (Gattungsgeschichte,
Rezeption, Biographie des Komponisten, ggf. Verhältnis zwischen Wort
und Ton, ...) bemüht, die Musikalische Hermeneutik durch ihre alleine
auf die Kunst bezogene Fragestellungen diese werkspezifischen Probleme ignoriert.
So bildet sie ein Gegenstück zum musikwissenschaftlichen Ansatz. |
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| Den
Schwerpunkt dieses Textes bilden Überlegungen zu meiner Forderung nach
einer Musikalischen Hermeneutik. Diese kann generell als ein abstraktes
Destillat verstanden werden, das auf die Musik und deren Realisierung angewendet
wird und daher nicht sachgebunden ist. Die Musikwissenschaftliche Hermeneutik
hingegen benötigt gerade diese Gebundenheit an das konkrete Werk, seine
Gattung, den Komponisten, etc. |
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| Anfangs
wird nun versucht, einen kritischen Blick auf den Verstehenszwang zu werfen,
in dem ich ein bloßes Scheinproblem sehe. Davon ausgehend wird ein
Ansatz weg vom Verstehen-Müssen hin zum Verstehen-Dürfen verfolgt.
Darauf aufbauend wird ein kleines morphologisches Konzept einer Musikalischen
Hermeneutik erstellt, wobei die wichtigsten Fragen Erwähnung finden,
die diese stellen soll. Charakteristisch für mein Konzept einer Musikalischen
Hermeneutik ist insgesamt eine bestehende Spannung aus rein intuitiver künstlerischer
Produktion und einer nachträglichen Reflexion, die über das Geschaffene
nachdenkt. Insbesondere das intuitive Moment soll von verschiedenen Seiten
betrachtet und eingehender untersucht werden. |
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| Zuletzt
werden beide von mir angenommenen Ebenen der Musikhermeneutik, nämlich
die musikalische und die musikwissenschaftliche, einander gegenübergestellt
und verglichen. Bei der Beschreibung der Musikwissenschaftlichen Hermeneutik
wird als Fallbeispiel eine Werkanalyse des Stabat Mater von G. Rossini herangezogen. |