|
start:
10 mai 2004, up-date: 10 mai 2005
|
|
| Ensemblebildung | ||||||||
|
||||||||
| Bereits 1979 berichtet Kubik von den breiteren Ensembles: | ||||||||
|
"Why the instrumental basis changed, and why the musical background in modern Capoeira is now composed of two to three musical bows, pandeiro and sometimes atabaque (drum) is something one may speculate about. It seems to coincidehistorically with the influx of nonYoruba Black people from southern Brazil to Salvador /Bahia. The increasing contacts between Bantu and non-Bantu Africans in Brazil created the possibility of an effective blending of several African traditions." Kubik, 1979a, S. 30, B5441B |
||||||||
| Die Ursprüngliche Instrumentalbesetzung der Capoeirabegleitung | ||||||||
|
||||||||
| Klar ist, dass die Sklaven damals keine Instrumentenbau- Werkstätten zur Verfügung hatten. | ||||||||
| Als Zarg einer Trommel dienten damals bereits vorhandene Hohlgefässe wie Konservenbüchsen, Ölfäßer etc. | ||||||||
| Der Berimbau | ||||||||
| Instrumental Assoziation des Begriffes Capoeira ist heute Berimbau. | ||||||||
| Die Bilder Debrets zeugen davon, das dieses Instrument bereits 1816 in Rion gespielt wurde. Jedoch nicht in der Begleitung des Caooeira´s. Debret, 1834 | ||||||||
| Auch dieses Instrument wurde erst im 20. Jahrhundert zu der Capoeirabegleitung zugeführt. | ||||||||
| "It appears that the musical bow was integrated into Capoeira about the same time when it changed to become an "acrobatic wrestling dance game"; that was at the turn of the century." Kubik 1979a, S. 30, B5441B | ||||||||
| Sowie das Capoeira, auch der Berimbau kommt nach Brasilien aus Angola . | ||||||||
| "Wie durch unsere Untersuchungen in Brasilien und Angola klargestellt werden konnte, leitet er sich direkt von angolanischen Bögen, die unter Bezeichnungen wie hungu, ungu, lukungu (von daher kommt »oricongo«) ab (vgl. Kubik 1979a, 1986a, Tiago de Oliveira Pinto 1986a). Die angolanischen Bezeichnungen, im 19. Jahrhundert in Brasilien noch bekannt, sind aber heute weitgehend vergessen und das Instrument wird nun »berimbau« oder genauer »berimbau de barriga« genannt." Kubik, 1991, S.134- 135, B5442B | ||||||||
| Das Paar Berimbau & Caxixi | ||||||||
| Typisch frür die Capoeirabegleitung ist, daß der Berimbau immer zusammen mit ein Caxixi gespielt wird. | ||||||||
| "In Rio de Janeiro wurde der Kalebassenbogen so wie in Angola ohne eine gleichzeitig eingesetzte geflochtene Rassel »caxixi« gespielt. Letztere ist für die heutige Spielweise des bahianischen »berimbau« unentbehrlich, das gleichzeitige Spiel des Bogens und der Rassel wohl aber erst in Bahia entwickelt worden. Die geflochtene Rassel »caxixi« ist wahrscheinlich westafrikanischen Ursprungs; bei den Ewe in Togo und Benin (Dahomey) und bei den Nordostnigeria-Völkern gibt es Rasseln dieser Bauart und Größe. Das Prinzip der »caxixi« mit einem umgedrehten mit der harten Oberfläche nach innen weisenden Kalebassenstück als Basis ist zwar auch im Kongo/Zarre- Kulturgebiet bekannt, dort sind solche »Korbrasseln« jedoch größer und mit einem Bügel versehen. Der letztgenannte Typus wird gleichfalls aus Brasilien berichtet und zwar aus dem Estado de Säo Paulo, wo er als »angoia« bekannt war (Araujo 1973:133)." Kubik, 1991, 135, B5442B | ||||||||
|
Sowie
breitgefächerte Instrumentierung der Capoeirabegleitung, auch die
Kombination des Berimbau mit dem Caxixi, dürften in Brasilien, durch
Begegnung der verschiedenen ursprünglich afrikanischen Volksgruppen
entstanden sein.
|
||||||||
|
"Ob
die 'Kombination »berimbau« und »caxixi« trotz
ihrer offensichtlichen Entwicklung in Bahia in entfernter Linie aus angolanischen
oder anderen afrikanischen Vorbildern angeregt worden sein könnte,
ist ungeklärt. Bisher stieß ich in Angola nicht auf eine solche
Kombination. Mir ist nur ein einziger Raum Afrikas bekannt, wo eine vergleichbare
Kombination vorkommt: Burundi und Umgebung. Der Kalebassenbogen muduri
wird von Barundi-Musikern in einer ähnlichen Haltung wie der »berimbau«,
jedoch mit einem anderen Fingersatz der linke Hand, gespielt. Zwischen
Zeige" und Ringfinger der rechten Hand hält der Musiker das
dünne Stäbchen, mit dem er die Seite anschlägt und gleichzeitig
in
derselben Hand ein weiteres Stäbchen, an dessen oberem Ende eine
kleine Kugelrassel aus einer getrockneten Oncoba-spinosa-Fruchtschale
befestigt ist. Beim Bogenspiel setzt er wie ein »berimbau«-Spieler
Saiten- und Rasselschläge kombiniert ein. Die von den Barundi verwendete
Rassel hat allerdings mit der »caxixi« organologisch nichts
gemeinsam." Kubik, 1991, 135- 136,
B5442B
|