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start:
10 october 2005, up-date: 10 october 2005
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Die
osmanische Feldmusikkapelle und das Habsburgerreich
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Dokumentation
der Begegnungen und Untersuchung ihrer Einflüsse auf die habsburgischen
Musikkapellen bis zum 18. Jahrhundert
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| Die Legenden |
| Es ist nicht reiner Zufall, dass das Interesse der europäischen Wissenschafter auf die Janitscharen und ihre Musik zu Zeiten des II. Weltkrieges aufkam. |
| Da dieses Thema außerhalb der TR ein Exotikum darstellt und in der TR zur Bildung der nationalistischen Mythen dient, riss dieses Interesse bis heute nicht ab. |
| Die Literatur des 20. Jahrhunderts über die Janitscharen und ihre Musik ist wirklich sehr reichhaltig, wiederholt aber immer dasselbe. |
| Diese einander kopierende Lektüre der absichtlichen und unabsichtlichen Irrtümer basieren vor allem auf den Arbeiten dreier Autoren: |
| Spätestens seit dem, mit der höchstpersönlichen Einführung durch den Ministerpräsident und Generalfeldmarschall Göring, erschienenen Buch von Panoff, "Militärmusik in Geschichte und Gegenwart", Berlin, 1938, wurde die Musik der Mihterchane (so hieß die eigentliche Feldmusikkapelle des osmanischen Hofes), im Begriffschatz der "modernen" Musikwissenschaft als "Janitscharenmusik" eingegliedert. |
| Prompt kam die Antwort der Alliierten: |
| 1941 schrieb Henry George Farmer "Oriental Influences on Occidental Military Music", in: Islamic Culture XV, pp 235- 242, London, 1941. |
| Die bekannteste diesbezügliche TR- interne Arbeit schrieb Haydar Sanal: "Mehter Musikisi", Istanbul, 1959. |
| Die zum Teil durch mangelnde Fremdsprachenkenntnisse, zum Teil durch ideologische Färbung dieser Autoren entstandenen Bündel der Irrtümer wurden im vorigen Jahrhundert nicht nur in der wissenschaftlichen Literatur dogmatisiert, sondern galten bereits als enzyklopädisches "Allgemeinwissen". |
| Die Ergebnisse meiner bisherigen Forschung |
| Meine bisherigen Forschungsarbeiten widerlegen alle die seit langem nicht mehr hinterfragten Dogmas der Musikgeschichte bezüglich der "Janitscharen-" bzw. "türkischen Musik". |
| Die "Janitscharen-" bzw. "türkische Musik" war die historische Bezeichnung im deutschsprachigen Raum für eine europäische musikalische Modeströmung des 18. Jahrhunderts. |
| Die Feldmusikkapelle der Osmanen hieß Mihterchane und hatte weder mit den Janitscharen noch mit den Türken etwas zu tun. |
| Die Mihterchane war weder die älteste Militärmusikkapelle der Welt, noch kam sie aus Zentralasien. |
| Sie war ursprünglich nicht einmal eine Militärmusikkapelle und wurde mit der Eroberung Konstantinopels vom byzantinischen Hof übernommen. |
| Die vermeintlichen Janitschareninstrumente wie Triangel und Schellenbaum waren für die Mihterchane unbekannt. |
| Kein einziges Instrument der Osmanen wurde, wie man / frau bisher glaubte, "nach der zweiten Wienbelagerung" von der österreichischen Militärmusik übernommen. |
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Die Aufgaben vorliegender Arbeit |
1) Alle AutorInnen, die sich mit der "Janitscharenmusik" befassten, erwähnten die Anwesenheit der "Janitscharenmusik" bei der zweiten Wienbelagerung. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Habsburgern und den Osmanen dauerte Jahrhunderte lang. Obwohl über die "Janitscharenmusik" bisher fast soviel geschrieben wurde wie über die Musik von Mozart, wurde die Mihterchane in den habsburgisch- osmanischen Kriegen noch nie systematisch untersucht. |
| Hier wurden zum ersten Mal die Begegnungen des habsburgischen Reiches in den Kriegen mit der Mihterchane systematisch dokumentiert und die eventuellen Einflüsse dieser Begegnungen auf die habsburgischen Musikkapellen untersucht. |
| 2) Alle TR-externen AutorInnen beschäftigten sich bisher mit der "Kriegsmusik" der Janitscharen. Die Mihterchane war aber nicht nur eine "Militärmusik" -Kapelle. |
| Hier wurden die Begegnungen des habsburgischen Reiches im Frieden mit der Mihterchane zum ersten Mal systematisch dokumentiert und die eventuellen Einflüsse dieser Begegnungen auf die habsburgischen Musikkapellen untersucht. |
| 3) Alle AutorInnen, die über die osmanische Feldmusikkapelle oder über die Geschichte der österreichischen Militär- und Blasmusik schrieben, sind einig, dass nach der zweiten Wienbelagerung die habsburgischen Militärmusikkapellen unter Einfluss der türkischen bzw. Janitscharenmusik neu formiert wurden. |
| In dieser Arbeit wurden zum ersten Mal die habsburgischen Militärmusikkapellen mit der Mihterchane vergleichend dokumentiert und damit auch dieses "Dogma" widerlegt. |