Chronik der habsburgisch-

osmanischen Kriege

 
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dr. memo g. schachiner
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start: 10 october 2005, up-date: 10 october 2005
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Wozu ein Zeittafel
Hier einen detaillierten Geschichtsunterricht zu erteilen ist sicher nicht meine Absicht.
Doch mit der Annahme, dass nicht jede/r LeserIn in einer österreichischen Schule ausgebildet wurde, bzw. wenn doch, auch dann einer Gedächtnisauffrischung nicht abgeneigt wäre, werde ich im Folgenden eine Chronik der Kriege zwischen den habsburgischen und osmanischen Monarchien konstruieren.
Die Daten der Chronik sind nicht meine Forschungsergebnisse, sondern allgemein bekannte und in jedem Geschichtsbuch befindliche Fakten. Daher werde ich hier keine einzelnen Quellennachweise, sondern nur eine Auswahl der für die Zusammenstellung zu Grunde stehenden Sekundärliteratur anführen.
Hier werden, neben der österreichischen, auch die Daten der offiziellen TR- Geschichtsschreibung, bzw. die offiziellen Internetveröffentlichungen der Republik der Türkei und Österreich, genauso wie die bibliografischen Quellen berücksichtigt.
Die Jahreszahlen zeigen bei verschiedenen AutorInnen 1- 8 Jahre Unterschiede. Die Gründe dafür sind die verschiedenen Kalendersysteme der Osmanen, die der ZeitgenossInnen der Osmanen, und die verschiedenen Interpretationen und Berechnungen der modernen HistorikerInnen.
Bei den Jahreszahlen, bei denen sich nicht alle HistorikerInnen einig sind, werde ich die letzte Ziffer mit einem "?" ersetzen.
Die Etappen
Die mit Unterbrechungen 1529- 1791 dauernde Geschichte der habsburgisch- osmanischen Kriege will ich wegen der Übersichtlichkeit -willkürlich- auf 4 Perioden aufteilen.
1) Die Vorgeschichte,
2) Die Phase der osmanischen Überlegenheit,
3) Die Phase der Unentschiedenheit und
4) Die Phase der habsburgischen Überlegenheit.
1) Die Vorgeschichte
a) Die osmanische Expansion in Europa.
135?  
  Unter der Herrschaft Orhan Bej (Herrschaftszeit: 1325- 1360), fassen die Osmanen auf Thracien Fuß .
136?  
  Eroberung Adrianopolis unter Murad I. (Hz.: 136?- 1389).
1389  
  16. 6.: Schlacht auf dem Amselfeld (=Kosovo Polje). Sieg Sultans Murad I. gegen König Lazar. Zerschlagung des serbischen Reiches.
1389- 1451  
  Unter der Herrschaft der Sultanen Bajesid I., der Blitz (Hz.: 1389- 1403), Mehemmed I., der Gebildete, (Hz.: 1413- 1421), Murad II. (Hz.:1421- 1451), wird fast das gesamte Südosteuropa (Balkan) von den Osmanen erobert. Wo die Osmanen eine eigene Verwaltung nicht sinnvoll finden, errichten sie Vasallenstaaten.
1451- 1481  
  Unter der Herrschaft Sultans Mehemmed II., der Eroberer (Hz.: 1451- 1481), wird durch mehrere Kriegszüge die Herrschaft der Osmanen in Südosteuropa befestigt.
1453  
  29. 05.: Sultan Mehemmed II. erobert Konstantinopolis.
b ) Die ersten Konflikte mit den Habsburgern:
15 Jh., 2. Hälfte  
  Die Osmanen haben gemeinsame Grenzen mit dem Habsburgerreich und Ungarn.
15. Jh., ab 70er Jahre  
  Die Akindji stürmen Orte in Ungarn, Kärnten und in der Südsteiermark (östliches Slowenien) .
1515  
  Eine Doppelhochzeit in Wien: Kaiser Maximilian ließ den 9 jährigen Sohn König Wladislaws II. aus der Jagiellonendynastie von Polen, Prinz Ludwig II., mit seiner Enkelin Maria trauen. Gleichzeitig vermählt sich Maximilian mit der 12jährigen Schwester des Prinzen, Anna. Die Ehe (eigentlich Verlobung) ist auf Zeit beschlossen, falls seine Enkel Karl oder Ferdinand sich nicht für eine Heirat mit Anna entscheiden.
1516  
  Ferdinand entschied sich für die Heirat mit Anna.
1521  
  Sulejman II., der Prächtige (Hz.: 1520- 1566), erobert Belgrad. Ferdinand heiratet Anna in Linz.
1522  
  Karl und Ferdinand teilen in Brüssel per Vertrag die Souveränitätsrechte über die habsburgischen Länder. Ludwig II. heiratet Maria von Österreich in Buda.
1526  
  29. 08.: Ungarische Streitkräfte wurden bei Mohacs von den Osmanen zerschlagen. Der 20jährige König Ludwig II. ertrank auf der Flucht. Da er keine Kinder hatte, erbt Ferdinand I. (hl. römische Hz.: 1531- 1564) die Souveränitätsrechte über die Länder der Jagiellonendynastie, vor allem Böhmen und Ungarn.
  22. 10.: Ferdinand wird zum König von Böhmen gewählt.
  11.11.: Szapolyai, Vasall der Osmanen, wird in Stuhlweißenburg zum ungarischen König gewählt.
  17. 12.: In Preßburg wurde Ferdinand I. als Gegenkönig der Ungarn gewählt.
1527  
  3. 11.: Krönung Ferdinands zum König von Ungarn.
  12.: Vor den Truppen der Habsburger flieht Johann Szapolyai nach Polen. Ferdinand besetzt Buda und größte Teile Mittelungarns.
1528  
  01.: Ferdinand errichtet die " Allgemeine Hofkanzlei". Nunmehr werden alle seiner Länder zentralverwaltet.
  31. 05.: Ferdinand schickt eine Gesandschaft nach Konstantinopel.
  07.: Johann I. Szapolyai kehrt von Polen nach Ungarn zurück. Osmanische Einfälle in Krain.
2) Die Phase der osmanischen Überlegenheit
1529  
  10. 05.: Sulejman bricht als Verbündeter Szapolyai´s in Konstantinopel gegen die Habsburger auf.
  08. 09.: Sulejman erobert Buda zurück.
  25. 09. : Erste osmanische Belagerung Wiens. Das osmanische Heer besteht samt Verbündeten aus 300.000 Mann. Die königliche Besatzungsarmee der Stadt unter Graf Niklas Salm besteht aus 17.000 Mann.
  27. 09.: 400 osmanische Schiffe erreichen über die Donau Wien.
  12.10.: Letzter Großangriff der Osmanen nach sehr harten Kämpfen abgewendet. Niklas Graf Salm wird unheilbar verwundet.
  14. 10.: Wegen der klimatisch ungünstigen Jahreszeit, aufbrechenden Seuchen und Versorgungsschwierigkeiten, kehrt Sulejman zurück.
1532  
  Neuerlicher Feldzug Sulejman´s gegen die Habsburger.
  20. 08.: Vergebliche Belagerung der Festung Güns (Köszeg, Ungarn). Die Akindji dringen bis in das Ybbstal vor. Das Reichsheer unter Kaiser Karl V. (röm. Kaiser: 1530- 1556) nimmt Stellung vor Wien. Sulejman kehrt ohne Kampf zurück.
1537  
  Erfolglose Feldzüge Ferdinands in Ungarn gegen die Osmanen.
1540  
  07. 07.: Geburt Johann Siegmunds, Sohn von Johann Szapolyais.
  22. 07.: Tod Johanns I. Szapolyai.
1541  
  Sulejman besetzt Buda und große Teile Ungarns.
1542  
  Sommer: Osmanen dehnen ihr Herrschaftsgebiet in Ungarn aus: Fünfkirchen, Gran und Stuhlweißenburg werden besetzt.
1540- 47  
  Osmanen besetzen Zentralungarn.
1547  
  19. 06: Waffenstillstandsvertrag auf Zeit in Konstantinopel. Ungarn wird in drei Zonen geteilt. In Mittelungarn mit Zentrum Buda errichten die Osmanen ein Paschalik, die Habsburger beherrschen den Westen und den Norden (Slowakei). Siebenbürgen wird als Fürstentum Vasall der Osmanen. Habsburger zahlen Osmanen 30. 000 Dukaten jährlich als Tribut.
1551  
  Stände Siebenbürgens huldigen Ferdinand in Klausenburg. Osmanen erobern Temesvar.
1556  
  22. 10.: Johann Siegmund Szapolyai wird der erste Fürst von Siebenbürgen.
1562  
  03.: Waffenstillstandsvertrag auf Zeit in Konstantinopel.
1563  
  09: Krönung Maximilians, Sohn Ferdinands, zum König von Ungarn in Preßburg.
1566  
  Johann Sigmund Szapolyai greift mit der Unterstützung des Paschas von Temesvar das kaiserliche Ungarn an.
  01. 05.: Sulejman startet einen neuen Feldzug nach Ungarn.
  05. 08.: Belagerung der Festung Szigetvar, die von Niklas Zriny erfolgreich verteidigt wird. Erkrankung Sulejmans.
  07. 09.: Tod Sulejmans. Rückzug des osmanischen Heeres.
1568  
  17.02.: Waffenstillstandsvertrag auf Zeit in Adrianopel zwischen Kaiser Maximilian II. (hl. röm. Kaiser: 1562- 1575) und Sultan Selim II. (Hz.: 1566- 1574). Der Status quo, samt 30.000 Dukaten jährlichem Tribut, bleibt erhalten.
3) Die Phase der Unentschiedenheit
1592  
  01. 10.: Habsburger stellen die Tributzahlungen ein. Habsburgischer Herrscher ist Kaiser Rudolf II. (hl. röm. König: 1575- 1612), sein osmanischer Mitstreiter ist Sultan Murad III, (Hz.: 1574-1595).
1593  
  Der osmanische Waali (Gouverneur) von Bosnien, Telli Hasan Pascha greift das habsburgische Kroatien an. Rupert von Eggenberg tritt ihm mit einer Streitmacht entgegen und besiegt 1593 bei Sisak das osmanische Heer. Petrinja wird von den Habsburgern erobert, Klis in Dalmatien geht an die Osmanen.
  18. 07.: Kodja Sinan Pascha bricht für einen Feldzug nach Ungarn auf. Bei den folgenden Kriegshandlungen erzielen beide Parteien Teilerfolge.
1594 Mehrere umstrittene Gebiete wechseln zwischen den beiden Parteien den Besitzer.
1596  
  An der Nordgrenze wird Erlau (Eger) von den Osmanen besetzt. Die Siebenbürger sind zunächst mit dem Kaiser verbündet. Die Habsburger beginnen in Siebenbürgen die Gegenreformation durchzuführen.
Die Siebenbürger wählen Stephan Bocskay zu ihrem Fürsten und huldigen dem Großwesir. Die kaiserlichen Truppen ziehen sich zu Gunsten der Osmanen zurück. Diese erobern Raab (Györ) und Veszprem.
1598  
  Rückeroberung von Raab und Veszprem durch die Habsburger.
1600  
  Belagerung und Eroberung der Kanisza durch die Osmanen.
1602  
  Habsburgische Streitkräfte stoßen bis gegen Ofen (Buda) vor. Gran (Esztergom) und Stuhlweißenburg (Szekesfehervar) wechseln mehrmals ihre Besitzer.
1603  
  Verwüstung der südlichen Steiermark durch Akindji.
1604  
  Osmanischer Feldzug nach Ungarn. Belagerung der Festung Esztergom.
1605  
  Erneuter osmanischer Feldzug nach Ungarn. Eroberung der Festung Esztergom. Verwüstung der westlichen Steiermark durch Akindji.
1606  
  11. 11.: Friede von Zsitva Torok (Ort Zitva an der Mündung der Stara Zitava an der Donau bei Marcelova, östlich von Komarno, Slowakische Republik). Die Osmanen behalten Erlau und Kanisza, die Habsburger bekommen Waitzen (Nacz) und Nograd. Die Tributzahlungen des Kaisers werden eingestellt. Sultan Ahmed I. (Hz.: 1603- 1617) erkennt den Kaiser erstmals als gleichrangig an und verzichtet gegen eine einmalige Zahlung von 200.000 Gulden auf das ab 1547 übliche jährliche "Ehrengeschenk" (Tribut).
1618- 1648  
  Der Dreißigjährige Krieg. Fortsetzung der osmanisch- safawidischen Religionskriege. Aufstände der Kisilbasch- Religionsgemeinschaft an der Seite der Safawiden im osmanischen Reich. Osmanisch- venezianischer Krieg. Beide Streitparteien sind für einen längeren Waffenstillstand. Austausch der Großbotschafter zwischen Habsburgern und Osmanen.
1660  
  Kaiser Leopold I. (Hz. 1658- 1705) unterstützt Georg II. Rakoczi als Fürst von Siebenbürgen. Osmanen ernennen Barcsay für den Thron. Der Krieg beginnt. Habsburger errichten eine Festung in Zrinyivar.
1663  
  12. 04.: Sadr- i Asam (Großwesir) Köprülü Fasil Ahmed Pascha (1661-1674) bricht zu einem Feldzug gegen die Habsburger auf.
  07. 06.: Köprülü fällt mit 100.000 Mann Oberungarn an. Er erobert die Festung Neuhäusel (Nove Zamky), stößt gegen Neutra (Nitra), Leva und Freistadt (Hlohovec) vor, und baut Neuhäusel zur Festung gegen die Kaiserlichen aus. Leopold ruft den "Reichskrieg" aus. Er bekommt französische, spanische und schwedische Kontingente. Ein Vorstoß Raimund Graf Montecuccolis gegen Kanisza blieb ohne Erfolg. Im Norden fügt De Souches den Osmanen bei Szent Kereszt, an der Gran und Szent Benedek, Niederlagen zu.
1664  
  07. 05.: Köprülü bricht aus Belgrad zu einem Feldzug auf.
1664  
  01. 08.: Das Heer der Verbündeten besiegt unter Raimund Graf Montecuccoli bei Mogersdorf (St. Gotthard) im heutigen Burgenland das osmanische Heer.
  10. 08.: Friede von Eisenburg (Nasvar): Die Osmanen behalten Neuhäusel und den umgebenden Grenzstreifen, der türkische Vasall Apafi bleibt Herr von Siebenbürgen, und Österreich zahlt 200.000 Taler.
4) Die Phase der habsburgischen Überlegenheit
1671  
  Entdeckung der Verschwörung des Ungarischen Adels, der mit dem Frieden von Vasvár (Eisenburg) 1664 unzufrieden waren, gegen die Habsburger. Hinrichtung der Anführer in Wien.
1682  
  09. 01.: Aufstand der Kuruzzen unter der Führung von Graf Emmerich (Imre) Thököly von Kesmark gegen die Habsburger. Die Osmanen anerkennen Thököly als ungarischen König.
  09.06.: Erneuerung des Vasvar- Vertrages.
  27. 07.: Osmanischer Feldzug in Mittelungarn.
1683  
  01. 04.: Mehemmed IV. (Hz:1648- 1687) startet aus Adrianopel einen Feldzug gegen die Habsburger.
  24. 05.: Der Sultan bleibt in Belgrad. Das osmanische Heer kommt unter die Führung von Vesir- i Asam (=Großvesir) Kara (= der Schwarze, Dunkelhäutige) Mustafa Pascha von Mersifon.
  14.07.: 2. Belagerung Wiens. Kirim- Tartaren brandschatzen das südliche Niederösterreich. Das Heer Kara Mustafa´s besteht aus 140.000 Soldaten. Mit den Verbündeten wie Moldavien und Kirim, verfügt das osmanische Heer fast über 200.000 Mann. Kaiser Leopold I. (röm. Kaiser: 1658- 1705) verlässt die Stadt nach Linz. Das Besatzungsheer Wiens unter Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg besteht aus 11.000 Soldaten und 5.000 Mann Bürgeraufgebot. 31. 08.: 21.000 Mann, davon 14.000 Reiter unter König Jan III. Sobieski von Polen, schließen sich dem Entsatzheer an, bestehend aus 21.000 kaiserlichen Soldaten unter Karl V. von Lothringen, 10. 000 Mann aus Schwaben und Franken, 10.000 aus Sachsen unter Hermann von Baden.
  11. 09.: Das osmanische Heer beginnt die bereits stark beschädigte Mauer Wiens zu stürmen.
  12.09.: Angriff des Entsatzheeres unter der Führung Jan Sobieski. Schlacht am Kahlenberg (damals Schweineberg) und Leopoldsberg. Das Osmanische Heer flüchtet.
  27.10.: Das kaiserliche Heer erobert Gran (Esztergom). Gründung des "Heiligen Liga" der Habsburger mit Polen und Venedig gegen den Osmanen. 25. 12.: Der Sultan lässt Kara Mustafa Pascha in Belgrad erdrosseln.
1685  
  19.08.: Das Bündnisheer erobert die Festung Neuhäusel (Nove Zamky). Der "Große Kurfürst" Friedrich Wilhelm von Brandenburg schickt ein Kontingent zur Unterstützung. Später schließt sich auch Rußland dem Bündnis an.
1686  
  20. 06: Belagerung von Buda.
  02.09.: Herzog Karl von Lothringen erobert Ofen (Buda). Der Stadtteil Pest wird zerstört.
1687  
  12.08.: Karl von Lothringen siegt bei Berg Harsany, Mohacs (sog. 2. Schlacht von Mohacs).
  10.: Besetzung Siebenbürgens.
  09.12.: Preßburger Landtag anerkennt Ungarn als habsburgisches Erbland.
  18.12.: Das Kaiserliche Heer erobert Eger.
1688  
  20.06.: Das Kaiserliche Heer erobert Lippa.
  06.09.: Ludwig Wilhelm von Baden und Max Emanuel von Bayern erobern Belgrad.
1689  
  24.09.: Der weiteste Vorstoß in osmanisches Gebiet bis Nisch, Sieg des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden (der Türkenlouis) bei Nisch.
1690  
  18. 10.: Fazil Mustafa Pascha erobert Belgrad zurück.
1691  
  19.08.: Ludwig Wilhelm von Baden siegt bei Slankamen.
1696  
  08.: Erfolglose Belagerung Temeschburgs durch Friedrich August von Sachsen (August der Starke)
1697  
  11.09.: Prinz Eugen von Savoyen zerschmettert das osmanische Heer bei Zenta (Senta) an der unteren Theiß.
  23.10.: Plünderung von Sarajewo durch Prinz Eugen.
1699  
  26.01.: Friede von Karlowitz (Sremski Karlovci) an der Donau. Die Osmanen verzichten auf Ungarn und Siebenbürgen mit Ausnahme des Banats von Temesvar.
1714  
  Osmanen erklären Venedig den Krieg.
1716  
  04.: Die Verhandlungen der Osmanen mit den Habsburgern, den Verbündeten Venedigs, bleiben ohne Erfolg. Kriegserklärung der Osmanen an Habsburger.
  05.08.: Das kaiserliche Heer unter Prinz Eugen siegt bei Peterwardein (Petrovaradin) gegen das osmanische Heer unter Sadr- i Asam Silahdar Ali Pascha. Ali Pascha fällt in der Schlacht.
  12.10.: Prinz Eugen erobert Temeschburg nach 164 Jahren osmanischer Herrschaft.
1717  
  16. 08.: Prinz Eugen greift Belgrad an. Gegenzug der Osmanen.
  18.08.: Prinz Eugen erobert Belgrad.
1718  
  21.07.: Friedensvertrag zwischen Kaiser Karl VI. (Hz.: 1711- 1740) und Venedig einerseits sowie Sultan Ahmed III. (Hz.: 1703- 1730) andererseits in Passarowitz (Pozarevac), (Ort in Serbien, südlich von Belgrad). Die habsburgische Monarchie erzielt auf dem Balkan die größte Ausdehnung: Nordserbien (mit Belgrad) und einen Grenzstreifen Bosniens, das Banat von Temesvar und die kleine Walachei. Der ursprüngliche Streitgrund,der von Venedig 1715 eroberte Peloponnes, bleibt bei den Osmanen.
1736  
  16. 06.: Russland besetzt einige osmanischen Festungen. Die Osmanen starten einen Feldzug gegen Russland.
1737  
  Nachdem die Vermittlungsverhandlungen fehlschlagen, erklären die Habsburger den Osmanen den Krieg. Die vom französischen General Bonneval reorganisierte osmanische Armee schlägt das kaiserliche Heer zurück.
1739  
  8. 9.: Friedensvertrag in Belgrad. Die Habsburger verlieren alle Gebiete, die sie durch den Pasarowitzvertrag 1718 bekamen, mit Ausnahme des Banats.
1787  
  13. 08.: Die Osmanen erklären Russland den Krieg.
1788  
  09. 02.: Die Habsburger sind als Verbündete verpflichtet, den Russen ein Hilfskontingent zur Verfügung zu stellen. Statt dessen, mit der Hoffnung an den Aufteilungsplänen der Zarin Katharina II. teilzuhaben, erklärt Josef II. (hl. röm. König: 1764- 1790) den Osmanen den Krieg.
1791  
  4. 8.: Friedensvertrag von Sistowa in Swischtow (Bulgarien). Österreich und Russland geben alle besetzten Gebiete (Ausnahme Bessarabien) zurück. Damit ist der letzte Krieg zwischen den habsburgischen und osmanischen Monarchien mit unwesentlichen Grenzänderungen beendet.
Nunmehr bemühen sich die Habsburger 1791- 1918, unter den veränderten Machtverhältnissen in Europa, um die Erhaltung des Osmanischen Reiches als ihrem schwachen Nachbarn.
 
Literatur:
Für die Zusammenstellung dieser Chronik wurden die folgenden Sekundärquellen vergleichend berücksichtigt:
Bücher:
Crankshaw, 1971, B579B; Heiß, 1983; Kann, 1993, A136B; KHM, 2003, A2410B; KHM, 2000, A141B; Kreiser, 2001, A2421B; Matuz, 1996, B5815B; Niederkorn, 1993; Öhlinger, 1998, A140B; Peham, 1987, A278B; Scheuch, 1994; Schmidt, 1978, A152B; Suraya, 1986; Tapié, 1996, A156B; Tomenendal, 2000, A142B; Vacha (hsgb), 1996, A134B; Vajda, 1984, A137B
Websites:
osmanli padisahlari by gov. TR, 2003, D00100000173W- D00100000193W;
türkenkriege by aeiou, 2004, D00100000240W