Der Stand

der Musiker

 
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dr. memo g. schachiner
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start: 10 october 2005, up-date: 10 october 2005
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(In einer sehr stark gekürzten Fassung übernommen aus meinem Buch: "Quellen und Dokumente zu den Janitscharen und ihrer Musikkapelle im habsburgischen Österreich", 2003, D00100000242W)
 
Organisation der Musiker
 
Hier müssen wir zwischen der "Privatkapelle" des Sultans und den anderen einen Unterschied machen.
Die "Mihteran-i Tabl- i Alem- i Chasse" (=Die hohen Bediensteten der Trommel der privaten Fahne) hatte ein eigenes Organisationsmuster.
Jede Gruppe der Musiker, die die gleichen Instrumente spielten, hatte einen Hauptmann. Alle waren dem "Ser- Mihteran" (=Haupt der hohen Bediensteten) unterordnet.
Der Sermihteran war wiederum einem "Saasendebaschi" (=Haupt der Instrumentalisten") untergeordnet, der für die Kunst- und Feldmusik, das Konzertwesen und die Musikausbildung des Hofes zuständig war.
Da die spielenden Mihteran zu der Fahne des Sultans gehörten, waren sie verwaltungsmäßig wiederum dem "Sermihteran- i Alem" (Haupt der hohen Bediensteten der Fahne) untergeordnet.
Die Mihteran des Hofes gehörten zugleich zu der Zunft der Mihteran, die wiederum auch die anderen städtischen Feldmusiker umfasste.
Die anderen fest angestellten Kapellen wurden ihrem Besitzer untergeordnet.
 
Zunft der Mihteran
 
Ab dem 17. Jahrhundert sind eine große Anzahl von spielenden Mihteran in Konstantinopel nachweisbar.
Nicht alle waren bei dem Sultan oder anderen hochrangigen Beamten angestellt. Sie mussten an den verschiedenen Türmen ehrenamtlich spielen und lebten hauptsächlich von den Hochzeiten und anderen Festen.
Die Zunft bildete auch Lehrlinge aus und sicherte damit den Nachwuchs.
 
Sozialer Stand der Mihteran
 
Die fix angestellte Mihteran, vor allem die des Hofes, waren hoch bezahlt und genossen ein sehr hohes gesellschaftliches Ansehen.
Sie waren teuer und höfisch bekleidet und durften reiten.
Der finanzielle und soziale Stand der "freien" Mihteran war nicht anders als der der "freischaffenden Musikanten" in Europa.