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10 october 2005, up-date: 10 october 2005
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(In einer
sehr stark gekürzten Fassung übernommen aus meiner noch nicht
veröffentlichten Forschungsarbeit: "Wer waren die Janitscharen?")
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| Was heißt Janitschar? |
| Janitschar ist die "verdeutschte" Form des Begriffes "Jäni- Tschäri". |
| Jäni (TR- türk. gesch. "Yeni") wird heute in der TR- türk. Sprache noch immer verwendet und heißt "neu". |
| Gründung der Janitscharen |
| Am Anfang waren die Osmanen eine "Gaasii" (=Raubritter)- Föderation. Gegen die Machtgewinnung der Gaasiibanden- Anführer gründete bereits Orhan Gaasii (1281- 1360; HZ: 1325- 1360) eine Infanterie-Truppe. |
| Mit der "Staatwerdung" der Osmanen entfernte Murad I. (1326- 1389; HZ: 1360- 1389) die Gaasii-Anführer endgültig von der Macht und bildete aus Kriegsgefangenen eine Neue Truppe, eben die "Jänitschäri". |
| Die anfänglich private Schutztruppe des Herrschers avancierte allmählich zur Elitetruppe der Osmanen. |
| Knabenlese |
| Für die "Nachhaltigkeit" der Truppe sorgten die entführten, gekauften, und in den eroberten Ländern gefangen genommenen Buben, und die "Knabenlese". |
| Nach dem Gesetz der Knabenlese wurden die christlichen Untertanen des Sultans verpflichtet, einen Knaben pro Familie an den Hof zu liefern. |
| Ein Teil der somit zwangsweise gesammelten Knaben wurde zur Hofakademie geschickt, erhielt dort eine hohe Ausbildung, und wurde, wenn das Glück half, irgendwann ein Teil der hohen Beamten des Hofes. |
| Die restlichen Knaben wurden kaserniert und als Infanteristen ausgebildet. |
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Das Leben der Janitscharen |
| Die Janitscharen gehörten zur "Kapikulu" (=Sklaven der Pforte; turk.). |
| Sie lebten in den Kloster- Kasernen. Sie wurden von der zivilen Gesellschaft völlig abgeschnitten und durch die "Abrichtung" zu "Kampfmaschinen" umfunktioniert. |
| Die Ausübung eines zivilen Berufes und das Heiraten waren für sie verboten. |
| Sie waren (nicht hoch) besoldet und pensioniert. |
| Sie durften in den gewaltsam eroberten Ländern und Festungen drei Tage lang plündern, Sklaven nehmen und vergewaltigen. |
| Dafür forderten die Janitscharen immer wieder neue Feldzüge. |
| Religion der Janitscharen |
| Bereits zu Zeiten Murad I. (1326- 1389; HZ: 1360- 1389) gewannen die sunnitischen Gelehrten Oberhand über das Rechtswesen des Hofes, während die Prominenz der Alevi-Bektaschi-Religion die neu gegründeten Janitscharen unter ihre Kontrolle brachte. |
| So wurden die Janitscharen nicht in der offiziellen Religion der Osmanen, sondern in der Alevi- Bektaschi- Religion erzogen. |
| Ab dem 16. Jahrhundert wurden die Janitscharen gegen die aufständischen Alevi- Bektaschi in Anatolien eingesetzt. |
| Nunmehr nannte man ihre Religion "Bektaschi", die der aufständischen anatolischen Bauern und Nomaden "Alevi". |
| Während die anatolischen Alevi Jahrhunderte lang verfolgt wurden, verbreitete sich die Bektaschi -Religion unter der Zivilbevölkerung der Großstädte des Reiches. |
| Abschaffung der Janitscharen |
| Bereits im 15. Jahrhundert begannen die Aufstände der Janitscharen. Die Truppe wurde immer mächtiger und beeinflusste ab dem 17. Jahrhundert immer mehr die Politik des Hofes. |
| Nachdem mehrere Sultane von den Janitscharen entmachtet worden waren, massakrierte Sultan Mahmud I. (1785- 1839; HZ: 1808- 1839) 1826 die Janitscharen. |
| Diese Tat wurde von den osmanischen Chronisten als "Waqqa- i Hajrijje" (=Wohltätiges Ereignis) bezeichnet. |
| Waren die Janitscharen die Musiker der Feldmusikkapelle? |
| Für die Janitscharen war die Ausübung eines zivilen Berufes verboten. |
| Die Musiker der Feldmusikkapelle waren vom Militärdienst befreite Berufsmusiker. |
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Die Janitscharen gehörten zur Bektaschi- Religion. Sie trugen die "Ketsche" (=Filzmütze) der Alevi- Bektaschi. |
| Die Musiker der Feldmusikkapelle, ob sie persönlich gläubig waren oder nicht, vertraten die offizielle Religion des Hofes, des Sultans, welcher zugleich Kalif des sunnitischen Islams war. So trugen sie die Turbane der islamischen Gelehrten. |
| Janitscharen waren Infanteristen. Ihnen war das Reiten lebenslänglich verboten. |
| In den vielen historischen ikonographischen Quellen sehen wir die Feldmusiker beritten. |
| Die Musiker der Feldmusikkapelle des osmanischen Hofes waren keine Janitscharen. Ihre Musik war keine "Janitscharenmusik". |