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(Eine
Kurzfassung meines Buches "Quellen und Dokumente
zu den Musikinstrumenten der Mihterchane im kaiserlichen Österreich".
schachiner, 2002, D00100000243W)
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| Die
Sill (=Die Becken) |
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Die
Sill der Mihterchane sind die Becken, die tellerförmigen
Metallscheiben.
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Sie
wurden im Spiel immer als Doppel eingesetzt.
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Die
Becken wurden aus Metall hammergetrieben, in Handarbeit erzeugt.
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Ursprünglich
aus Kupfer gemacht, wurde später als Material der Becken
eine spezielle Legierung verwendet.
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| Der
Durchmesser und die Höhe der Becken waren sehr verschieden. |
| Für
die Haltegriffe der Becken wurden Lederriemen verwendet. |
| Für
die Schallerzeugung wurden die Becken zusammen geschlagen oder gerieben. |
| Sie
wurden senkrecht oder/ und waaggrecht gehalten. |
| Sie
wurden stehend, marschierend oder reitend gespielt. |
| Der
Sill- Spieler der Mihterchane wurde "Sill-sen" genannt. |
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| Die
Surna (=Die Schalmei) |
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Die
Surna der Mihterchane ist ein Doppelrohrblatt- Aerophon.
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Ihr
Korpus war aus Hartholz. Das zylindrische Rohr verbreitete
sich konisch zum Schalltrichter.
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Das
Mundstück, genannt arab. "Sibsi", bestand aus
einem dünnen Metallrohr, auf das ein ca. 2 cm langes
flachgedrücktes Rohr aus Schilf gebunden wurde.
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Für
das Binden der Teile wurden Baumwollfaden verwendet. Auch
am anderen Ende des Metallrohrs wurden solange Baumwollfäden
aufgewickelt, bis das Loch auf der Kopfseite der Surna luftdicht
gestopft war.
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Der
Spieler atmet nur durch die Nase und benutzt mit aufgeblasenen
Wangen den Mundhöhlenraum als Luftsack.
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| Das
Mundstück, img0000000254 |
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| Diese
Blastechnik, genannt Zirkular-Atmen, ermöglicht eine ununterbrochene
Spielweise wie bei einem Dudelsack oder einem Didgeridoo. |
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Eine
kreisförmige Metallscheibe, die Mundstütze, war und
ist für die europäischen BeobachterInnen ein großes
Rätsel.
Das Pressen der Lippen auf die Mundstütze erleichtert vielleicht
das zirkulare Atmen. |
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| Hauptfunktion
der Scheibe, welche als optischer Unterschied zwischen der europäischen
Schalmei und der Surna der Mihterchane auffällt, war aber
der Schutz des Spielers. |
| Die
Surna wurde im Tanz, Sport und Kampf eingesetzt. |
| Auch
bei der zivilen Feldmusik ( bestehend zum Beispiel aus einem
Trommel-Schalmei-Paar) macht der Trommelspieler während
des Spiels akrobatische Bewegungen und kann jederzeit an den
Surna- Spieler stoßen. |
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| Die
Scheibe verhindert, dass der Surnaspieler von seinem eigenen Instrument
aufgespießt wird. |
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| Die
Diskant- Surna, genannt Djura- Surna, war auch ein Instrument der Kunstmusik
des osmanischen Hofes. |
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Noch
heute ist die Djura- Surna in den ehemaligen Ländern
des osmanischen Reiches, gepaart mit der Trommel, ein sehr
verbreitetes Volkstanz-Instrument.
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Die
Djura- Surna ist ohne das Mundstück 35 cm lang.
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Die
45- 50 cm lange Surna der Mihterchane war eine "Kaba"
(=Grob)- Surna.
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| Die
Surna hat auf der Oberseite 7 Löcher. |
| Die
Löcher nahe zum Mund auf der Oberseite werden mit den Fingern, das
einzige Loch auf der Unterseite wird mit dem Daumen der linken Hand, die
weiteren Löcher mit den Fingern der rechten Hand gespielt. |
| Die
Löcher, die auf allen vier Seiten des konischen Trichters angebracht
werden, dienen nur zur Resonanz. |
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Die
Surna, die heute in der Tanzmusik verschiedener Völker eingesetzt
wird, hat den Tonumfang von g´ bis a´´.
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Nach
Sanal weist ein Botschafter- Präludium von Hasan Djan einen Tonumfang
von c´ bis e ´´´ auf.
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| Nafiir
(=Die Trompete) |
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| Die
Nafiir der Mihterchane ist eine "s"- förmig,
später bügelförmig gewundene Naturtrompete. |
| Sie
wurde im Spiel immer als Doppel eingesetzt. |
| Die
Trompeten wurden ursprünglich aus Bronze, später aus
Messing erzeugt. |
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Die
Nafiir war über 1 m lang.
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Die
Öffnung der Nafiir war konisch erweitert.
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Die
Nafiir wurde nur mit der rechten Hand gehalten und stehend,
marschierend und reitend gespielt.
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Beim
Reiten wurde die linke Hand zum Halten der Pferdezügel
verwendet.
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Die
Nafiir-Spieler wurden Nafiirii oder Borusen genannt.
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| Ausschnitt
aus: Buchmalerei, unsigniert, datiert 1730, img0000000239 |
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