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(Eine
Kurzfassung meines Buches "Quellen und Dokumente
zu den Musikinstrumenten der Mihterchane im kaiserlichen Österreich".
schachiner, 2002, D00100000243W)
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| Die
der Mihterchane zugeschriebenen Instrumente |
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| Eine
Reihe von Instrumenten, die von den Mihterchane niemals gespielt wurden,
sind im 20. Jahrhundert von den MusikwissenschafterInnen irrtümlich
der Mihterchane zugeordnet worden. |
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| Hier
sind einige Beispiele (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Rücksicht
auf die Sprache und Schreibweise): |
| Tamtam,
Querflöte, Single Kettle Drum (=Einzel-Pauke), Def (=Tambourin). |
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| "Typische
Instrumente der Janitscharenmusik" |
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Auch
die öfters in der Literatur über die Feldmusikkapelle angeführten
sog. "typischen Instrumente" gehören nicht der Mihterchane.
Für die Triangel gibt es im Osmanischen nicht einmal einen Begriff. |
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| Das
betrifft auch den Schellenbaum. Der öfters als Übersetzung des
Schellenbaums angeführte osmanische Begriff "Tschewgan" bedeutet
Schlagstock im Polospiel zu Pferd. |
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| Die
historischen Instrumente der Mihterchane |
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| Die
Instrumente der Mihterchane im Einzelnen sind: |
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| Tabl
(=Trommel) |
| Naqqaare
(=Kleine Doppelpauke) |
| Kuuss
(=Große Doppelpauke) |
| Sill
(=Becken) |
| Surna
(=Schalmei) |
| Nafiir
(=Trompete) |
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| Die
Tabl (=Die Trommel) |
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| Die
Tabl ist eine zylindrische Doppelmembrantrommel. |
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| Sie
besteht aus einem zylindrischen Holzzarg, der beidseitig mit Tierhaut (meistens
vom Schaf) bespannt ist, weiters einem Schlägel und einer Rute. |
| Die
Membrane werden mit Riemen, meist W- oder N-förmig, über den Zarg
gespannt. |
| Das
Fell auf der rechten Seite ist etwas dicker als das auf der linken Seite. |
| Die
Membrane werden rechts mit einem Holzschlägel, links mit einer Rute
geschlagen. |
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Der
Durchmesser sowie die Höhe des zylindrischen Zarges,
ist sehr unterschiedlich, wie wir anhand des bisher untersuchten
zahlreichen schriftlichen wie ikonographischen Materials,
sowie der Quellen aus der heutigen Volksmusikpraxis der vielen
Länder sehen können.
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Da
die Tabl am Hals des Spieler hängt und stehend, tanzend
sowie reitend gespielt wird, übersteigt ihr Durchmesser
meistens die Oberkörpergröße eines Mannes
nicht.
Die Zarghöhe steht meistens annähernd 1:1 zum Durchmesser.
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Der
Tablspieler der Mihterchane wurde "Tablzen" genannt.
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| Kupferstich
von Luigi Ferdinand Marsigli, 1732, img0000000083 |
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| Die
Naqqaare (=Die kleinen Pauken) |
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Die
Naqqaare der Mihterchane sind die kleinen Doppelpauken, das
Handpaukenpaar.
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Sie
wurden aus Kupfer oder Bronze, manchmal auch aus Holz oder
Ton angefertigt und mit Tierfell bespannt.
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Der
rechte Kessel war größer als der linke.
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Die
Höhe der Kessel war ca. 30 cm. Der Durchmesser des Kleinen
Kessels war ca. 30 cm, des großen ca. 40 cm.
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Sie
wurden mit zwei gleichförmigen Hartholzschlägeln,
genannt Sachme (=Schlag; persisch), gespielt.
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Mit
der linken Hand wurde die linke Pauke, mit der rechten Hand
wurden aber beide Pauken gespielt.
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Die
reitenden Spieler befestigten die Pauken vorne an ihrem Sattel.
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Um
beim Marschieren spielen zu können, wurden sie mit Ledergurten
an den Gürtel gehängt.
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Wenn
die Naqqaare in den Stadtkonzerten eingesetzt wurden, wurden
sie mit gekreuzten Beinen sitzend gespielt.
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| 1663
im Krieg von Osmanen erbeutet , img0000000197 |
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| In
diesem Fall, um sie festzuhalten und ihre Berührung mit dem Boden zu
vermeiden, wurden die Pauken auf den mit Watte gefüllten Stoffreifen,
genannt Simit, aufgesetzt. (1) |
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| Der
Naqqaarespieler der Mihterchane wurde "Naqqaaresen" genannt.
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| Die
Kuuss (=Die große Pauken) |
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Die
Kuuss der Michterchane sind die großen Doppelpauken,
die Imperial- Heerespauken.
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Die
Gefäße der Naqqaare wurden aus Metall durch Schlagen
getrieben. Die Kessel der Kuuss wurden aus Kupfer oder Bronze
gegossen und mit Kamelfell bespannt.
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Die
Spannungsform der Riemen war meistens W- förmig.
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Die
rechten und die linken Kessel waren gleich groß.
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Sultan
Sulejman II. der Prächtige soll im Sigetvar Feldzug nicht
nur die von den Kamelen getragenen großen, sondern auch
die von den Elefanten getragenen Riesen-Kuus eingesetzt haben:
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| "Der
Durchmesser der Sigetvar Kös ist 130 cm, die Höhe derselben 127
cm." Konyali,
1943, S. 52 |
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| "...
um die Kös in der Baghdader Festung im 17. Jahrhundert zu spielen,
musste man auf eine 3 stufige Leiter steigen. (Evliya Celebi, Seyahatname,
Bd. IV, S. 418)." Sanal,
1959, S. 75, A289B |
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Die
Kuuss-Paare wurden mit zwei gleichförmigen Hartholz-
Schlägeln gespielt.
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Mit
der linken Hand wurde die linke Pauke, mit der rechten Hand
die rechte Pauke gespielt.
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Beide
Hände spielten abwechselnd nur die schweren Schläge
der Takte.
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Bei
den Feldzügen und Prozessionen wurden die Pauken auf
Kamelen, nach Ewlia Tschelebi sogar auf Elefanten geführt.
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Wenn
die Kuuss in den Stadtkonzerten eingesetzt wurden, wurden
sie auf den Boden gestellt und stehend gespielt.
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Der
Kuusspieler der Mihterchane wurde "Kuuss-sen" genannt.
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| 1)
Vergl. mit der indischen Tabla. |