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start:
10 october 2005, up-date: 10 october 2005
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| Sprachen, die lateinische Schriftzeichen verwenden |
| Die
Wörter in den Sprachen, die lateinische Schriftzeichen verwenden, wurden
hier in ihrer Original- Schreibweise wiedergegeben. Das gilt auch für die Sprachen TR-Türkisch oder Kurdisch, die im 20. Jahrhundert, bzw. am Ende des 19. Jahrhunderts die lateinischen Schriftzeichen übernahmen. |
| Sprachen, die andere Schriftzeichen verwenden |
| Für die Wörter in den Sprachen, die mit anderen Schriftzeichen geschrieben werden, wäre die korrekteste Schreibweise die Verwendung der international anerkannten phonetischen Zeichen. |
| Eine andere Möglichkeit wäre, eines der anerkannten Transliterationsalphabete der Orientalistik zu verwenden. |
| Diese Möglichkeiten bringen aber zwei Schwierigkeiten mit sich: |
1) Leider verfügt nicht jede Edition über diese Sonderzeichen. |
| 2) Nicht jede/r LeserIn kann diese Schriftzeichen lesen. |
| So finde ich es viel praktikabler, diese Fremdwörter in die Sprache meiner eigenen Texte, möglichst annähernd lesbar, umzuschreiben und nur dort, wo die Zeichen dieser Sprache nicht reichen, Sonderzeichen hinzuzufügen. |
| Der Spezialfall: Lisan-i Osmani |
| "In
dem Riesenreich der Osmanen sprach man/ frau eine große Anzahl von
lokalen Sprachen. Die offizielle Sprache des Staates war keinesfalls einer von den "Turkmenen" -Dialekten, sondern die Sprache <Lisan-i Osmani>. |
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Die Erben des Weströmischen Reiches übernahmen Latein als Bildungssprache. |
| Die Osmanen- Dynastie (1), die islamisch war, konnte die Sprache ihres Vorgängers, des christlichen Byzanz, nicht in die Moschee mitnehmen. |
| So wurde im Laufe der Jahrhunderte eine neue, künstliche Mischsprache gebildet, die von keinem der Völker des Reiches je gesprochen wurde: Lisan-i Osmani (=Osmanische Zunge). |
| Lisan-i Osmani war nicht, wie es manche glauben, eine Art alt-türkische Sprache. |
| Diese Sprache basierte auf der türkischen Satzkonstruktion, benutzte persische Wortverbindungsformen und war mit einem klanglich dieser Kunstsprache angepassten großen Wortschatz aus (von mir sehr grob vermutet, aber ohne jeglichen wissenschaftlichen Anspruch) 70 % arabischen, 20 % persischen, 5 % türkischen und insgesamt 5 % italienischen, griechischen und einigen anderen Reichssprachen ausgestattet. |
| Geschrieben wurde sie in arabischen Lettern, welche durch die verschiedenen Zusatzzeichen für die im Arabischen nicht befindlichen Zeichen (vor allem für die Vokale) erweitert wurden. |
| Die gesprochene und geschriebene Sprache des Hofes, Adels, Amtes, Gerichtes, der Armee... und der Wissenschaft und der Kunst, also die Sprache der Intellektuellen, war Lisan-i Osmani. |
| Die auf dem arabischen Alif-ba (Alphabet) basierende Schrift der Lisan-i Osmani wurde 1928 in der Republik der Türkei abgeschafft und durch lateinische Lettern ersetzt. Die Türkei wurde über Nacht ein Land der Analphabeten. |
| Lisan-i Osmani wurde nach der Zwangseinführung der lateinischen Lettern in den Schulen der Republik Türkei nicht mehr unterrichtet. So wurden die in der Lisan-i Osmani verfassten Werke nicht einmal in Istanbul für die nächste Generation zugänglich. |
| In
der TR ist heute sogar der Name dieser für die TürkInnen nicht
verständlichen Sprache türkisiert: "Osmanli Türkcesi" (=Osmanen- Türkisch). |
| Heute
sind die schriftlichen Quellen der Osmanen auch in der TR nur für Fachleute
lesbar und verständlich. Und diese sind selten gleichzeitig MusikerInnen oder MusikwissenschafterInnen." Übernommen aus meiner Arbeit: "sprach- und schrift- revolutionen", 16. 04. 02, D00100000241W |
| Die mehrfache Irreführung |
| Die historischen "Osmanenreich- externen" AutorInnen versuchten die "osmanischen" Wörter in ihren eigenen Sprachen annähernd authentisch lesbar wiederzugeben. Diese Tradition wurde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts weiter gepflegt. |
| Nach der Zwangseinführung der lateinischen Schriftzeichen in der Republik der Türkei bequemten sich die türkeiexternen AutorInnen, die "moderne" TR- türkische Schreibweise der Wörter in Lisan-i Osmani in lateinischen Lettern zu übernehmen. |
| Dieses Verhalten beruht auf der Annahme, dass es sich um ein- und dieselbe "türkischen" Sprache handelt, die früher mit arabischen Lettern geschrieben wurde und jetzt mit lateinischen Lettern geschrieben wird. |
| Diese Praxis bringt aber eine mehrfache Irreführung mit sich: |
1) Für manche Konsonanten der Lisan-i Osmani gibt es keine Zeichen im TR- lateinischen Alphabet. Zum Beispiel wurde das Zeichen "Chä" manchmal als "H", manchmal als "K" übernommen. |
| So wurde zum Beispiel das Wort "Mihterchane" (=Haus der Höheren) zu dem bedeutungslosen Wort "Mehterhane". "Qauass" (=Bogenmacher) und Chauass (=Die Eigenschaften, Die Besonderen, Die Hofdiener, Die Gelehrten- Mehrzahl) wurden zu "Kavas" (=?). |
| 2) Sowie in der ungarischen werden auch in der TR-türkischen Sprache die Vokale innerhalb eines Wortes klanglich aneinander angepasst (Vokalharmonie). So wurden öfters die verschiedenen Vokale, vor allem u und i, zu Ü- oder Ö- Ketten umgewandelt. Zum Beispiel: "Türkisch" ist in Ungarisch "Török". "Mudiir" (=Leiter, Direktor) in Lisan-i Osmani wurde TR-Türkisch zu "Müdür". |
| "... ist unser/e DirektorIn" heißt TR-Türkisch: "Müdürümüzdür". |
| 3) Das betrifft auch die Diphthonge. Auch sie wurden willkürlich verunstaltet: |
| "New-ros" (=Neuer Tag, Jahresbeginn) zu "Nevruz" (=?). |
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4) Auch die Mehrzahlformen und Fälle wurden "türkisiert": |
| "Tabl" (=Trommel) wurde "Tabil"; "Tubuul" (=Die Trommeln) wurde "Tabillar". |
| Musiqi-i Enderun (=Musik des inneren Hofes) wurde "Türk Musikisi" (=Türk Musikisi ???) |
| Um ihren Sinn verständlich zu bewahren, wurden die hier verwendeten Begriffe in der Lisan-i Osmani, soweit wie möglich, annähernd in ihrer originalen Aussprachweise wiedergegeben. (2) |
| Also wird hier auch die Lisan-i Osmani nicht als "Türkisch", sondern als eine eigenständige nicht in lateinischen Buchstaben geschriebene Sprache behandelt. |
| Wie ist Lisan-i Osmani zu lesen? |
| Die hier wiedergegebenen Wörter in der Lisan-i Osmani sind im Großen und Ganzen als deutsch geschriebene Wörter zu lesen. |
| Ausnahmen sind: |
| Konsonanten: |
| dj- ist zu lesen wie "J" in "Jonny" oder "G" in Giovanni. |
| q- ist zu lesen als tiefes emphatisches "k", nicht als "kw" wie in "Quitten", sondern wie "k" im tirolerisch ausgesprochenen "konnte". |
| Diphthonge (=Zwielaute): |
| äw- ist zu lesen als gebundenes ä-u, nicht als "oi" wie in "Europa", sondern wie "o" im steirisch ausgesprochenen "sowieso". |
| wä- ist zu lesen als gebundenes u-ä. |
| Doppelgeschriebene Laute: |
| aa, uu, ii...- sind zu lesen als ein langer Vokal wie "a" in "Dame". |
| Meine eigenen Irrtümer |
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Manche
Begriffe konnte ich nicht in den historischen Texten in Lisan-i Osmani
ausfindig machen. In solchen Fällen habe ich sie den historischen
deutschen, italienischen, englischen... oder heutigen TR- türkischen
Texten entnommen und versucht, sie in der Lisan-i Osmani zu rekonstruieren.
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So
schließe ich nicht aus, dass auch ich dieses oder jenes Wort nicht
exakt wiedergegeben habe.
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Eventuelle
Korrekturen der LeserInnen nehme ich nicht mit Ärgernis, sondern
mit Freude zur Kenntnis.
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| (1) Wegen der allgemeinen Verständlichkeit wurde hier das Wort "Othman" für "Osman" (Osman, Osmanen, Osmani) verwendet. In der Lisan-i Osmani schrieb man/frau das Wort "Othman". |
| Es ist ein arabischer Männername. Die Osmanen selbst nannten sich "Al-i Othman" (= Die Söhne Othman´s, Die Dynastie Othman´s). |
| (2) Wieder wegen der allgemeinen Verständlichkeit wurde hier noch ein Begriff nicht in seiner originalen Sprechweise wiedergegeben: "Janitscharen". In Lisan-i Osmani heißt es "Jäni - Tschäri". |
| Jäni (turk, TR- türk.; TR- türkische Schreibweise "Yeni") = Neu. |
| Tschäri: (mittelalterliche Kuman- Kipcak, eine der alten Turkmenen Dialekte, TR- türkische Schreibweise "Ceri") = Truppe. |